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Pressemitteilung - Detailansicht

30.08.2011, Rede zur Eröffnung des Barockfestes, 26.08.2011

Am Jacobsplatz ihr Bürger, oh edler Rat

Begrüßen wir unseren Herzog mit seinem Hofstaat -

Mein Herzog bitte zeigt Temperament

Und tut nicht so, als ob ihr mich nicht kennt,

Frau Herzogin

In diesem Sack steckt Knut drin.  

 

Mein Herzog ich bin nicht mehr von edlem Stand

Ich trage städtisches Bettlergewand,

seht, wie gut der Sack mir steht, Löcher sind drinnen

Grob ist das Linnen

 

Mein letztes Geld zum Kleide, Herzog, oh schau

Gab ich meiner Frau

Einer von uns sollte wenigstens gut aussehen

Wenn wir heute vor ihnen stehn,

und ich mache, dass weiß alle Welt ganz genau,

alles was sagt, meine liebe Frau,

ich kann es ruhig sagen, in einem Satz

ich bin euer Bettler vom Jacobsplatz.  

 

Ich bin dann mal weg,

sagte Einer, oh Schreck,

ich mein Herzog und dann

bin ich einer der nicht fortlaufen kann,

deine Nachfolger, nicht die von Geburt

sondern die in Erfurt,

die plündern in Massen,

die städtischen Kassen.

Da hat doch die Frau, wir nennen sie zu Recht

lieber Knecht,

an ihren Seiten einen bösen Boss

den Finanzminister Voß,

der und seines gleichen

wollen Gotha Millionen streichen

der sagt uns die Zahlen der Zukunft voraus, die er erzielt

sozusagen ein moderner David Copperfield,

der ist so gut, er ist der Mann von den Wichtigen

der sagt uns auch bald im Lotto: die 6 Richtigen,

wenn ich die habe,

kriegt er auch eine Gabe,

vorher kann ich ruhig sagen, in einem Satz

kriegt er nichts von eurem Bettler vom Jacobsplatz.  

 

Mein Herzog, denkt, was wird 2012 aus eurem Schloss,

wenn er losgelassen wird der Voß,

die Millionen für das Haus brächten uns um

kein Geld für Eberles Barockes Universum

eine halbe Million hätten wir nie

für eure Thüringen Philharmonie,

kein Geld für Straßen und für Brücken

kein Geld um Löcher zu flicken,

Mein Herzog, ihr würdet wohnen in den Neubauplatten

denn Paulus Schloss, sogar eure Kasematten,

mein Herzog, Ihr dürft Euch nicht mehr zieren,

Gotha adelt, Ihr müsst wieder regieren,

wenn Ihr arbeitet und übernehmt meine Pflichten

empfang ich die Gäste und könnte dichten,

so wie einst Goethe in der Schelle rum hing

nach dem Osterspaziergang und vor dem Zauberlehrling

mein Herzog schütze uns vor Rheuma, Grippe und Gicht

und dass der Landrat nicht noch 11 Millionen Kreisumlage kricht

der Pleitegeier fliegt, ich sags in einem Satz

als euer Bettler vom Jacobsplatz.  

 

Mein Herzog, morgen werdet Ihr wieder sehn

in Gotha sparsam zu feiern, ist wunderschön,

auch wenn uns das Geld gestrichen,

werden wir nicht im Trüben fischen

zum Thüringentag zeigten wir der ganzen Welt

wie großartig es uns in Gotha gefällt

 

da fällt mir grad ein

ein Versprecher im Umzug der musste sein

ihr saht so gut aus, habt sanft gelacht,

da habe ich euch gleich zu eurem Vater gemacht

aus Friedrich dem Dritten, der den Zug wollte begleiten

machte ich einfach Friedrich den Zweiten,

es hätte keiner gemerkt, ich muss es gestehen

nur Ihr, denn Ihr wolltet nicht so alt aussehen.

Im Deutsch-Englischen Jahr unter dem Schirm der Queen

sei mir dieser Faupass bitte verziehn

ich bin, Ihr seht es in einem Satz

Euer Bettler vom Jacobsplatz.  

 

Mein Herzog, bevor ich zum Ende komme,

in diesem Haus wohnte der Opa von Europa Herzog Ernst der Fromme

hier im roten Rathaus, nicht an anderen Orten

ist Euer Opa gezeugt und geboren worden,

jetzt lade ich Euch, gleich zu Beginn

und natürlich auch die Frau Herzogin,

immer zum großen Essen ein,

dieses Jahr muss es dürftiger sein.

Esst Fettbrote, Trinkt Öttinger für den Durst

nehmt Stullen mit Cervelatswurst.

Sind wir auch arm in dieser Zeit

erhalten wir uns doch die Gastlichkeit.

hoch lebe Gotha, diese wunderbare Stadt,

die tausende fantastische Bürger hat

ich bin stolz darauf, hier als erster Bürger voran zu stehn

auch als Bettler, denn unser Gotha ist schön.

 

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