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12.11.2021, Rede der Beigeordneten zur Festveranstaltung "20 Jahre Freundeskreis der Kunstsammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein"

Sehr geehrter Herr Kleinsteuber,
liebe Mitglieder des Freundeskreises Kunstsammlungen Schloss Friedenstein e. V.,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich ganz besonders, dass ich in Vertretung von Oberbürgermeister Knut Kreuch und auch als Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Schloss Friedenstein zur heutigen Festveranstaltung zu Ihnen sprechen darf, denn Ihr Verein hat für die Residenzstadt Gotha, für Thüringen und weit darüber hinaus eine große Bedeutung.
Was vor 20 Jahren einmal mit zehn Kunstbegeisterten begann, ist inzwischen zu einer 228-köpfigen Erfolgsgeschichte geworden – eine personelle Bilanz, die sich nicht nur sehen lassen kann, sondern die beispielgebend bürgerschaftliches Engagement in der Gegenwart verkörpert.
Darüber hinaus hat der Freundeskreis in diesen zwei Jahrzehnten seines Bestehens nicht nur rund 170 Fördermaßnahmen realisiert, sondern mit den Beiträgen und Spenden der Mitglieder, der Unterstützung durch Stiftungen und Institutionen, Zuwendungen sowohl für die Stiftung Schloss Friedenstein, als auch für die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, von mehr als 670.000 Euro erbracht. In den 7.485 Tagen seines Bestehens seit dem 16. Mai 2001, hat der Verein damit täglich sage und schreibe rund 90 Euro eingeworben, die anschließend direkt in die Kunstsammlungen geflossen sind.
Mit diesem Geld konnten Gemälde erworben, Restaurierungskosten finanziert, der Ankauf und die Restaurierung von Ausstellungssgegenständen sowie die Finanzierung von Veranstaltungen übernommen werden. Vieles hätte ohne die finanzielle Unterstützung des Freundeskreises nie realisiert werden können.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
es ist für Gotha und natürlich besonders für unser Barockes Universum um Schloss Friedenstein ein unschätzbares Glück, über einen solchen Freundeskreis zu verfügen. Wir wissen, dass es besonders in den neuen Bundesländern weniger vermögende Familien gibt und auch die Kultur des Mäzenatentums keine solche Tradition hat, wie beispielsweise im Westen oder Süden unserer Republik. Gerade das macht die Situation für Kunstsammlungen wie die des Friedensteins nicht einfach und angesichts auch der hohen Verluste durch kriegs- oder auch nichtkriegsbedingte Entnahmen zu einer wahren Sisyphusaufgabe. Zudem ist der Freundeskreis inzwischen auch nicht mehr allein für seine Sache unterwegs. Viele Einrichtungen finanzieren einen Teil ihrer Arbeit heute über Freundeskreise, weil eine Finanzierung aus eigenen Mitteln allein nicht mehr möglich ist. So wächst von Jahr zu Jahr die Zahl der Fördervereine an und um so schwieriger wird es, salopp gesagt "an das Geld anderer Leute zu gelangen".
Dieser Aufgabe haben Sie sich seit dem Jahr 2001 gestellt und es ist Ihnen gelungen viele Menschen zu interessieren, zu sensibilisieren und zu ermuntern, ihr Geld in diese großartige Kunstsammlung des Friedensteins einzulegen. Diesem Erfolg liegt zu Grunde, dass Sie von Anfang an in der Lage waren, Ihre eigene Begeisterung zu artikulieren und zu präsentieren, die Heimatverbundenheit der Menschen anzusprechen und letztlich auch die selbstgesteckten Ziele erreichten. Sie haben erfolgreich zeigen können, wie sich die Spende des Einzelnen in einem Projekt hier vor Ort in Gotha wiederfand. 
Der Stadtrat der Stadt Gotha hat diese herausragende und strahlkräftige Vereinsarbeit im Jahre 2007 gewürdigt und die Myconiusmedaille, die höchste Auszeichnung unserer Stadt für das Ehrenamt, an Jochen Peter vergeben, der in Nachfolge von Harry Schmidt den Freundeskreis von 2004 bis 2018 führte und all den Mitgliedern, Spendern und Unterstützern der Gothaer Kunstsammlungen ein Gesicht gab. In der damaligen Würdigung war von 131 Mitgliedern die Rede, inzwischen hat sich diese Zahl ja bereits verdoppelt!
Jochen Peter hat den Staffelstab an Klaus Kleinsteuber übergeben und ich bin mir sicher, dass der Verein mit ihm an der Spitze auch weiterhin sehr erfolgreich arbeiten wird und die Symphatien aller gegenwärtigen und zukünftigen Spender weckt.
Ein wichtiges Faustpfand für ein erfolgreiches Werben ist für den Verein vor allem die öffentliche Bedeutung der Kunstsammlungen. Es geht ja seit zwanzig Jahren nicht darum, eine private Sammlung zu vervollständigen oder zu restaurieren, sondern vielmehr um öffentlich zugängliche Kunstgegenstände wiederzubeschaffen oder in den ihnen gebührenden Zustand zu versetzen.
Mit diesem Anspruch und dieser Zielvorgabe bietet der Freundeskreis mindestens jeder Gothaerin, jedem Gothaer und alle, die Gotha im Herzen tragen, eine wunderbare Chance sich ganz persönlich an der Wiederbeschaffung Gothaer Sammlungsstücke oder deren Pflege und Bewahrung zu beteiligen. Einst hatten das die Herzöge in der Hand, heute ist dies eine immer wieder verlockende Aufgabe für bürgerliches Engagement.
Dass Sie sich dieser Aufgabe mit nunmehr 228 Frauen und Männern verschrieben haben, dafür danke ich Ihnen im Namen der Stadt Gotha ganz herzlich und wünsche für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und die Fortschreibung dieser wunderbaren Erfolgsgeschichte!

Ich danke Ihnen.

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