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07.01.2021, Luther und Myconius, Schlosskirche und Biermeile, Orangerie und Winterpalais: Historische Momente, die wir 2021 in Gotha nicht vergessen

Ist eine Stadt reich an Kultur und Geschichte, so verwundert es nicht, wenn der Pädagoge Matthias Wenzel jährlich den einst vom "Nestor der Gothaer Stadtgeschichtsschreibung" Dr. Helmut Roob 1962 begonnenen "Historischen Kalender Gotha" fortführt und für das Jahr 2021 mindestens 350 Daten mit Fakten auflistet, an denen Persönlichkeiten oder Ereignissen zu gedenken wäre. Dabei beginnen die Gedenktage vor 800 Jahren mit der Hochzeit der Heiligen Elisabeth und enden im Dezember 1996 mit dem Neubau des Alten- und Pflegeheimes in der Pestalozzistraße. Die Stadtverwaltung Gotha nimmt die Geschichte der Stadt zum Anlass, auch 2021 würdig zu erinnern.

So blickt der Verband der Behinderten am 30. Januar auf das 25-jährige Bestehen seines Freizeit- und Informationszentrums in der Damaschkestraße. Sollte es Möglichkeiten geben, dass Museen 2021 wieder arbeiten dürfen, dann sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums der Natur in Gotha ganz heiß darauf, ab 7. Februar ihre Ausstellung "Saurier – Die Erfindung der Urzeit" zu präsentieren. Die Ausstellung läuft bis zum 22. August und mittendrin liegt am 9. Juni das Jubiläum "75 Jahre Naturkundliche Sammlungen im Westturm des Schlosses Friedenstein". Wenn zur Bundesgartenschau in Erfurt die Orangerie als schönster Orangengarten Deutschlands erblühen wird, so blüht Gotha im 300. Geburtsjahr des Gartenschöpfers David Weidner (1721-1784), der am 3. März das Licht der Welt erblickte, besonders auf.

Milein Cosman, vor drei Jahren in London verstorben, eröffnete am 7. Mai 2014 das Kunstforum Gotha mit ihren Werken. Sie ist am 31. März vor 100 Jahren in Gotha geboren.

Nie vergessen wird in Gotha die Tat des Oberstleutnant Josef Ritter von Gadolla (1897-1945), dessen Witwe an seinem ersten Todestag nach Gotha kam und um eine Unterstützung bat. Vor 75 Jahren begannen erste zaghafte Versuche, dem Mut Gadollas gerecht zu werden.

Der April 2021 ist in Gotha ein gewaltiger Monat, in dem Wort und Tat zu einer Einheit werden. So predigte am 8. April vor 500 Jahren Martin Luther in der Augustinerkirche zu Gotha. Sein Redeschwall war so kräftig, dass sich Steine aus dem Kirchengemäuer lösten und herunter prasselten. Sie lagen bis ins 20. Jahrhundert in der Kirche als Zeichen des Luther-Besuches. Fast auf den Tag 25 Jahre nach diesem denkwürdigen Auftritt des Reformators stirbt am 7. April 1546 sein Freund Friedrich Myconius.

Am 14. April vor 125 Jahren gründete sich in Gotha eine Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft, deren Patronat Bertha von Suttner führte. Ihr einen noch würdigeren Gedenkplatz zu geben, sollte anlässlich des Jubiläums unser Ziel sein. Der russische General Alexander von Württemberg wird am 24. April vor 250 Jahren geboren. Er fand seine letzte Ruhestätte in der Fürstengruft des Schlosses Friedenstein und gilt heute als Stammvater des Hauses Württemberg.

Nur einmal in der fast 1250-jährigen Geschichte wurde Gotha bisher von einer Frau regiert. Am 4. Mai 1321 übernimmt Elisabeth von Gotha, Markgräfin von Meißen und Landgräfin von Thüringen, die Regentschaft des Landes für ihren durch Krankheit handlungsunfähigen Ehemann. Bis zu ihrem Lebensende wird sie noch zwei weitere Male die Führung des Landes für ihren Sohn und ihre Enkel übernehmen.

Kann das Kunstforum Gotha im Jahr 2021 seine Pforten wieder öffnen, so wird mit einer großen Ausstellung an Kurt W. Streubel gedacht werden, der am 14. Mai 1921 geboren ist.

Am 25. Juni 1896 ist Gerhard Bauer geboren, der mit Werner Sylten in Gotha während der Zeit des Hitlerfaschismus die Bekennende Kirche Thüringens ins Leben rief und so den Widerstand gegen die Nazidiktatur bündelte. Ein schrecklicher Tag für Gotha war vor einem Vierteljahrhundert am 7. Juli der Beschluss der Russischen Duma, die in den Folgen des Zweiten Weltkrieges verbrachte Kunstgegenstände aus Deutschland als Eigentum des russischen Staates zu erklären und jede Form von Rückgabe auszuschließen. Gerade weil es ausweglos scheint wird Gotha 2021 ein privatfinanziertes Projekt zum Thema verbrachte Kunst mit dem Puschkin-Museum in Moskau durchführen.

Das Winterpalais Gotha beherbergt die "Beste Bibliothek Deutschlands", einst erbaut für die Herzogin Karoline Amalie, soll am 11. Juli, an ihrem 250. Geburtstag, an die erste Besitzerin mit einer Buchlesung erinnert werden. Am 15. Juli vor 375 Jahren wird im Gothaer Rathaus ein Prinz geboren, der als Erbauer von Schloss Friedrichswerth den Nachkommen seinen reichen Schatz übergibt. Sein Name Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1646-1691).

Nicht nur ein neuer Kindergarten wird 2021 in Gotha mit der frühkindlichen Bildung starten, auch das erste Haus der Stadt, das eine Kinderkrippe und einen Kindergarten unter einem Dach vereinte, wird 50 Jahre alt und trägt heute den Namen "August-Köhler-Kinderhaus". Jenem Fröbel-Freund und Pädagogen, der am 9. September seinen 200. Geburtstag begehen kann.

Für das "Barocke Universum Gotha" beginnt in diesem Jahr das Jahrzehnt der Dreihundertfünfundsiebzig, denn die Schlosskirche feiert 2021 diesen Geburtstag. Es folgen 2022 die Herzogliche Bibliothek, danach die Kunstsammlungen, die Prunkräume usw. Der 375. Geburtstag der Schlosskirche am 17. September wäre Anlass darüber nachzudenken, ob nicht die vor 75 Jahren am 5. Juni begonnene Idee, jeden Mittwoch eine Vesper mit namhaften Künstlern am Gründungsort des Schlosses zu machen, eine Fortsetzung erfahren sollte. Übrigens ist am 350. Geburtstag der Schlosskirche vor genau 25 Jahren das "Gothaer Haus der Versicherungsgeschichte", das erste Versicherungsmuseum Deutschlands eröffnet worden, was heute als Deutsches Versicherungsmuseum "Ernst Wilhelm Arnoldi", geleitet wird von einem rührigen Förderverein, der gern in den Versicherungspalast von Bruno Eelbo lockt.

Für die deutsche Sozialdemokratie wird das Jahr 2021 ein wichtiges, wenn gleich auch ein sehr schweres Jahr sein kann. Gotha erinnert im Oktober daran, dass vor 125 Jahren in den "Vier Jahreszeiten" in Gotha-Siebleben ein wegweisender SPD-Parteitag stattfand, auf dem August Bebel und Wilhelm Liebknecht Clara Zetkin ein Podium boten, ihre wegweisende Rede zur Rolle der Frau zu halten. Einer der jüngsten Delegierten war ein gewisser Friedrich Ebert, der erstmals einen Parteitag besuchte und der 1919 der erste demokratische Staatspräsident Deutschlands wird.

Gedenkmonat des Jahres ist bekanntlich der November, wo zwischen Allerheiligen und Totensonntag das Gedenken an die Reichspogromnacht und den Volkstrauertag liegen. 2021 wird erinnert werden an die Einweihung des sowjetischen Ehrenmals, das der Bildhauermeister Armin Bauer (1893-1976) am 7. November 1946 schuf.

Vor genau 600 Jahren ließ sich der Rat zu Gotha sein Recht des Bierbrauens schützen, in dem der Landesherr ein Biermeilenprivileg erließ, das in und im Umkreis der Landeshauptstadt nur in Gotha gebrautes Bier getrunken werden darf. 600 Jahre später wird Bier aus Gotha in aller Welt gern getrunken und Gotha ist mit Bier, Biermischgetränken und Fassbrause einer der größten Getränkeproduzenten in Deutschland.

Vielleicht ist auch für einige Bürger interessant, dass vor 225 Jahren eine Steuer eingeführt worden ist, die noch heute erhoben wird. Damals diente diese Steuer zur Bezahlung der enormen Kriegslasten der Revolutionskriege. Seit 1796 gibt es die Hundesteuer.

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