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02.11.2010, Laudatio zur Verleihung der Hannah-Höch-Ehrung 2010

Meine sehr geehrten Damen, hallo meine Herren,

"Ich habe mich um Handschrift und Merkmal nie gekümmert, auch war ich nie rechts oder links", dieses Zitat von Hannah Höch passt zu unserer heutigen Preisträgerin und ich möchte für sie ergänzen in dem ich sage "statt am Rande zu sein, bin ich gern mittendrin".

Für unsere heutige Preisträgerin zu sprechen, freut mich ganz besonders. Ich kenne sie schon seit langer Zeit, aber das sagt noch nichts, denn ich kenne viele und ich weiß, dass viele von ihnen diese Frau und ihre Kunst ebenfalls bewundern. Vielleicht ist es sogar einer der schönsten Momente eines Oberbürgermeisters, wenn er einmal im Jahr einer Frau den Hof machen darf, auch wenn es nur mit schönen und wohlverdienten Worten ist.

Künstlerisch und kreativ zu sein, das ist ihre Lebensphilosophie, die sie wohl seit Kindesbeinen an in ihren Fingern spürt. In ihrem Geburtsjahr gestaltet Hannah ihre Collage "Grotesque", mit der sie zweideutig der Frau den Mund öffnet. So ist unsere Preisträgerin nicht. Ich habe sie nie mit großem Mund gehört, eher bescheiden, aber bestimmt. Sie weiß was sie will, ohne zu bevormunden, sie hat Ideen und kann andere inspirieren.

Martin Luther King sagte in ihrem Geburtsjahr "I have a Dream" und vielleicht sagte er es auch zu ihr oder sie fühlte sich angesprochen, denn das was sie tut, war immer ihr Traum, den sie verwirklicht hat.

Unsere Preisträgerin kennt in ihrem künstlerischen Schaffen keine Mauern. Sie baut Brücken und will nach Hannahs Worten mit ihrer Kunst mit jedem einzelnen Detail "die Mannigfaltigkeit des Lebens preisen, die Schönheit auch". Wenn uns die große Tochter unserer Stadt ihre Lebensweisheit mit auf den Weg gibt, in dem sie zusammenfassend resümiert "ich würde heute die Welt aus der Sicht einer Ameise wiedergeben, und morgen so, wie der Mond sie vielleicht sieht" so sind diese Worte auch ein beredetes Zeugnis dafür, dass unsere Preisträgerin gern ein Rad, im großen Getriebe unserer Stadt ist, dass sie nie den großen Auftritt sucht, gern anderen den Platz überlässt, ohne nicht dafür zu sorgen, dass alles läuft und das sie sich ehrlich ärgern kann, wenn Sand ins Getriebe kommt und den Erfolg trübt.

Es wird immer spannender, oder?

Unsere Preisträgerin ist seit ihrem zwölften Lebensjahr künstlerisch und schöpferisch tätig, sie hat mehrfach ihr Organisationstalent für ein kulturvolles Leben und Gestalten in Gotha unter Beweis gestellt. Sie hat ihren Namen zu einer Marke für Gotha entworfen.

Gotha fühlt sich geadelt, sie darf es auch sein. Sie musste das 85. Jahr erleben, um als "Hannah Höch Preisträgerin 2010" geehrt zu werden. Vor 85 Jahren gründete der Großvater die kunstvolle Werkstatt, in der sie noch heute leidenschaftlich wirkt. Ich meine, jetzt ist der Damm gebrochen und deshalb sage ich:

Herzlichen Glückwunsch Kerstin Damm. 

Liebe Kerstin,
es waren viele Vorschläge, aus denen sich die Jury einstimmig für dich entschieden hat und ich finde, die Damen und Herren haben wieder eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Ich weiß, wie du den Hammer schwingst und mit den zarten Fingern die wundervollsten Kunstwerke zauberst. Ich weiß aber auch, dass du mit dem Hammer auf den Tisch hauen kannst, wenn es darum geht, ein nächstes Metallgestaltertreffen zu organisieren. Du hast vor 14 Jahren der Stadt Gotha mit dem Internationalen Metallgestaltertreffen zu einem Hammerschlag in der internationalen Kulturszene verholfen, der heute aus unserem Kulturleben nicht mehr wegzudenken ist. Du bist aber auch ein Organisationstalent, denn als die Organisation kippte, hast du dein Lebensmotto "für eine Sache zu glühen" zum Vereinsnamen erkoren "Gotha glüht". 

Ein Mensch, der glüht, der zündet nicht. Er brennt für die Sache, der er sich von Herzen verbunden fühlt. So ein Mensch bist du, so habe ich dich kennen- und schätzen gelernt. Du bist immer mit dem Herzen bei der Sache, ob in deinem Beruf, in deiner Kunst oder in deinem Verein. Menschen wie dich brauchen wir in Gotha, solche Frauen haben es verdient mit dem Hannah-Höch-Preis geehrt zu werden.

Schon deine Eltern haben dein Talent erkannt, haben in ihrer Liebe zu dir, deine Begabung zum Zeichnen und Basteln gefördert. Deine glückliche Kindheit bereitete Dir den hat Weg zur Schule, der dir trotz herausragender schulischer Leistungen nicht auf das Gymnasium führte. All das Dich nicht entmutigt, hat dich geformt und für dich war klar, der Beruf des Vaters, eines Menschen der Gold zu Kunstwerken formt, dieser Beruf des Goldschmiedes war Dein Beruf. Als diplomierte Schmuckgestalterin führst du im nächsten Jahr schon 25 Jahre dein Geschäft am Buttermarkt, das du 1993 vorbildlich saniert hast. Du hast dein Talent in den letzten zwei Jahrzehnten an viele junge Menschen weiter gegeben, deinen Mut und deine Handfertigkeit dazu. Etwas Besseres kann einem jungen Menschen doch noch nicht passieren.

Hinter einer sympathischen, einer kunstsinnigen, einer preiswürdigen Frau, steckt meistens ein geschickter und liebenswürdiger Mann. Wenn wir dich heute ehren, möchten wir auch ihm Dank sagen, dass er dir die Freiheit gibt, dich deiner Kunst und deinem Talent zu widmen. Eure zwei Kinder, darüber bin ich mir sicher, werden ihren Weg finden, mit Mamas Talenten und Papas Fähigkeiten steht ihnen die Welt offen.

Liebe Kerstin,
"I have a Dream" um den Satz deines Geburtsjahres noch einmal zu nutzen, dass du noch viele Jahrzehnte deine Kunst in Gotha verwirklichen wirst. Du bist und du bleibst eine ausgezeichnete Botschafterin für deine Stadt Gotha. Dir heute mit der Hannah Höch Ehrung ein kleines Dankeschön zu sagen, ist eine überfällige Ehrung für all das Engagement, den Einsatz, die Beharrlichkeit und Standfestigkeit, mit der du für Gotha glühst. "Wer für Gotha glüht, hält die Fackel der Zukunft in seinen Händen"

Kerstin Damm macht uns Mut ihrem Beispiel mit Taten zu folgen.

Herzlichen Glückwunsch.  

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