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15.11.2018, Laudatio anlässlich der Preisverleihung "Westthüringer Initiativpreis" am 15.11.2018 – Wartburg Eisenach

Laudatio der Finanz- und Sozialbeigeordneten Marlies Mikolajczak zur Preisverleihung Westthüringer Initiativpreis 2018, eine Initiative der VR Bank Westthüringen e. G. – Bereich Wirtschaft für das Projekt "Handwerkerfreizeit Gotha", einer Kooperation zwischen der städtischen Kinder- und Jugendarbeit und dem Aus- und Fortbildungszentrum des Baugewerbes

Sehr geehrte Vorstände der VR Bank Westthüringen, Herr Diwo und Herr Schomburg,
sehr geehrter Aufsichtsratsvorsitzender, Herr Zeng,
sehr geehrte Mitglieder und Stifter des Westthüringer Initiativpreises,
sehr geehrte Preisträger und Kolleginnen und Kollegen Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung zur Preisverleihung des "Westthüringer Initiativpreises".

Ich bin sehr stolz, heute vor Ihnen stehen zu können. Meine Freude und mein Stolz gelten dem innovativen Projekt der Gothaer Kinder- und Jugendarbeit in Kooperation mit dem Aus- und Fortbildungszentrum des Baugewerbes Gotha e. V. Dieses Projekt haben wir eingereicht, und wir konnten mit unserer gemeinsamen und kooperierenden Arbeit überzeugen.

Lassen Sie mich kurz einen Blick zurück werfen. Die Anfänge der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Gotha liegen in der DDR-Zeit. Jugendclubs, mehrheitlich vom Jugendverband, der Freien Deutschen Jugend geführt, sollten auch die Jugendlichen in ihrer Freizeit staatlich betreuen. Doch auch Nischen gab es und Angebote, die den Interessenlagen der Jugendlichen entsprachen. Legendär waren Diskos und die Auftritte von Bands, deren Programm natürlich auch vorgeschrieben war. Viele Ältere von uns erinnern sich an 80:20, das heißt 80 % Ost-Titel und 20 % Westmusik, vorrangig in englischer Sprache. Warum erinnere ich das? 

Als die politische Wende kam, wurden viele Dinge auf den Prüfstand gestellt. Mancherorts schlossen Einrichtungen der Jugendarbeit. Vorschnell, wie ich meine. Nicht so in Gotha. Hier wurde die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf "ganz neue Füße" gestellt.

Die Vielfalt der Anforderungen an dieses Arbeitsfeld und die Erweiterung der Zielgruppen auf die Altersklassen von 6 bis 27 Jahre brachten aber auch qualitativ und quantitativ ganz neue Anforderungen an die Mitarbeiter und Einrichtungen mit sich.

Und so wie sich gesellschaftliche Entwicklungen vollziehen, ändern sich auch Situationen junger Menschen innerhalb der Gesellschaft sehr schnell. Dies ist gerade in der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Fall. Die Angebote müssen immer wieder neu an die Bedarfe und Bedürfnisse der Zielgruppen ausgerichtet werden. Das bedeutet Reflexion der eigenen Arbeit. Den Mitarbeitern der Kinder- und Jugendtreffs ist dies in den vergangenen 28 Jahren hervorragend gelungen.

In der Soziallandschaft der Stadt Gotha ist dieser Bereich ein wichtiges Element, denn es gilt, Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien Orientierung und Halt zu geben. Möglichkeiten zur Förderung der persönlichen Entwicklung, niedrigschwellig im Veranstaltungs- und Projektbereich oder auch die Hilfs- und Unterstützungsangebote bei einer Vielzahl von problematischen Lebenslagen bilden heute wichtige Bausteine in den sozialen und kulturellen Netzwerken der Region.

Die Stadt Gotha ist sich dieses wichtigen Stellenwertes bewusst und hält diese Bereiche in ihrer Kommune nicht nur nach besten Möglichkeiten aufrecht, sondern investiert in die drei Jugendeinrichtungen kontinuierlich.

Es liegt mir persönlich als Finanz- und Sozialdezernentin dieser Stadt, aber auch dem Oberbürgermeister, den Kommunalpolitikern im Stadtrat und den Mitarbeitern der Kommune sehr am Herzen, dass die Stadt Gotha eine lebendige Stadt bleibt. Eine Stadt, in welcher alle Altersklassen sowohl gute Bleibeperspektiven in den sozialen Bereichen als auch in Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeiten vor Ort haben. Die Stadt Gotha unternimmt hierzu große Anstrengungen, bestehende Unternehmen zu unterstützen, neue Unternehmen anzusiedeln sowie Familienfreundlichkeit zu fördern.

In diesen Zusammenhängen gesehen, ist das hier vorgestellte Projekt wegweisend und bildet eine gewinnbringende Verbindung für mehrere genannte Bereiche. Die "Handwerkerferienfreizeit" ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Schul- und Jugendamt der Stadtverwaltung Gotha und dem Aus- und Fortbildungszentrum des Baugewerbes Gotha e. V.

Seit nunmehr 4 Jahren ist es jährlich in den Sommerferien 15 Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren möglich, während einer Ferienfreizeit, fern von den Eltern, 5 Tage lang in den Vormittagsstunden sich handwerklich auszuprobieren und mehrere Handwerksberufe kennenzulernen und danach, in der Nachmittags- und Abendzeit, die sozialpädagogischen Angebote der städtischen Kinder- und Jugendarbeit zu nutzen. Die Übernachtungen finden im Kinder- und Jugendzentrum "Big Palais" statt. Dies ist eine sehr gelungene Verbindung zwischen einer beruflichen Orientierung und einer abenteuerlichen Ferienfreizeit. Aufgrund der geschickten sozialpädagogischen Umsetzung durch beide Kooperationspartner entsteht ein gelungenes Miteinander von Jugendbildung und dem Kennenlernen von persönlichkeitsfördernden Freizeitaktivitäten.
Dies wirkt sich bei den Teilnehmenden selbst nachhaltig positiv aus. Es ist ebenso eine wirtschafts- und regionsstärkende Komponente, die hier zur Wirkung kommt. Das Handwerk vor Ort soll hierdurch gestärkt und seine wichtige Bedeutung wieder mehr in den Fokus gerückt werden. Des Weiteren erhoffen sich die Kooperationspartner und Förderer dieses Projektes wieder mehr Interesse von jungen Menschen an diesen schönen und anspruchsvollen Berufsausbildungen. Die Begeisterung der Teilnehmer und deren Eltern lassen uns das hoffen.

Von Antoine de Saint-Exupèry, dem Autor des "Kleinen Prinzen", stammt das Zitat: "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen..." Wir setzen gemeinsam mit dem Handwerk einen Baustein für eine gelingende Zukunft unserer Kinder und wir wollen gemeinsam "Möglichmachen".

Die Mitarbeiter des Schul- und Jugendamtes Gotha haben zu diesem Projekt einen Imagefilm produziert, den Sie heute sehen werden. Dieser Film ist an alle Schulen gegangen, um einerseits Interesse am Projekt zu wecken, andererseits das Ausbildungszentrum des Baugewerbes vorzustellen und schlussendlich auch künftig interessierte Teilnehmer für die Ferienfreizeiten zu gewinnen. Außerdem wurde der Film auf der Homepage der Stadt Gotha veröffentlicht.

Mein Dank gilt am heutigen Tag in erster Linie den pädagogischen Mitarbeitern der Kinder- und Jugendtreffs der Stadt Gotha und dem Ausbildungsleiter vom Aus- und Fortbildungszentrum des Baugewerbes Gotha e. V. Herrn Kley und seinen ideenreichen sowie geduldigen Mitarbeitern.

Und mein Dank gilt der Jury der Wirtschaftsinitiative und dem Träger, der VR Bank Westthüringen eG, die sich für das Projekt "Handwerkerfreizeit" für den Westthüringer Initiativpreis, Bereich Wirtschaft aussprachen. Genau im Bereich Wirtschaft ist dieses Projekt gut angesiedelt. Und ich verspreche Ihnen wir - Handwerk und Stadt - wollen gemeinsam weiter zusammenarbeiten. Dieser Preis ist Anerkennung und Ansporn zugleich.

Ich danke Ihnen.

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