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Pressemitteilung - Detailansicht

30.05.2011, Informationsbericht des Oberbürgermeisters zur Stadtratssitzung am Montag, den 30. Mai 2011

Frau Vorsitzende,
Frau Ortsteilbürgermeisterin, meine Herren Ortsteilbürgermeister,
sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,
liebe Gothaerinnen und Gothaer,

noch sind es genau 38 Tage und ich glaube, dass mancher Mitarbeiter der Stadtverwaltung aufatmete, wären wir heute schon 45 Tage weiter, sie merken, ich meine die Vorbereitungen auf den Thüringentag. Kaum ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der nachgeordneten Bereiche und der städtischen Unternehmen, der nicht in irgendeiner Art und Weise in die Veranstaltungen dieses Zeitraumes eingebunden ist. Das umfangreiche Veranstaltungskonzept der KulTourStadt Gotha GmbH erfordert, ein detailgetreues, in Thüringen bisher einmalig vorliegendes Sicherheitskonzept, das federführend von Mitarbeitern der Stadtverwaltung konzipiert worden ist. Es geht nicht nur um Parkplätze und Sicherheitszonen, es geht um Wanderwege für die Ministerpräsidentin, ausreichende Versorgungsstände, denn ein Fest ist bekanntlich in Thüringen nur gut, wenn an jeder Ecke ein Bratwurststand und Gothaer Getränke stehen, es geht um Nachtwachen, Wege für Künstler, aktive Einbindung der Schützen mit ihren vielfältigen Veranstaltungen, den Besuch von Bundesministern, die sorgfältige Betreuung der Gäste aus den Partnerstädten, die Schulung der Lotsen und es geht darum, jedem Bürger der Stadt ein Lächeln zwischen die Augenwinkel zu zaubern. Tausend kleine Dinge müssen bedacht werden.

Schön ist, dass schon mehr als 1000 Karten für das Konzert der Thüringen Philharmonie am Freitagabend verkauft wurden, dass NENA`s Konzert restlos ausverkauft ist, dass alle Sponsoren und Förderer ihre Zusagen eingehalten haben, dass die Kosten im geplanten Rahmen liegen. Zum Festumzug werden sich 230 Bilder durch die Gothaer Innenstadt bewegen und mehr als 5.000 Menschen dürfen von der Waltershäuser Straße kommend durch die Innenstadt zum Hauptmarkt marschieren. Das Fernsehen und die Thüringer Rundfunksender werden nicht nur drei Tage, sondern bereits im Vorfeld und im Nachgang umfassend von Gotha berichten. Das ist eine gewaltige Werbung und Marketingoffensive für die Stadt. Schon heute bin ich sicher, dass es keinen Besucher geben wird, der alle Veranstaltungen besuchen wird, es sind zu viele, denn auch Gothaer Behörden und Institutionen locken mit Angeboten.   Noch fehlt mir etwas das Engagement der Bürger, auch an die Mitglieder des Stadtrates geht die Bitte Häuser und Plätze in ihrem oder fremdem Eigentum festlich zu schmücken, Gäste ins Haus zu bitten oder mit kostenlosen Getränken zu erfreuen, jede kleine Selbstverständlichkeit gibt dem Thüringentag in Gotha besondere Würze. Erstmals wird auch ein von der Stadtverwaltung und vom Druckmedienzentrum finanziertes Programmheft im ganzen Landkreis erscheinen und den Bürgern von der Fahner Höhe bis ins Land der Talsperren um Tambach-Dietharz präsentieren, was in Gotha los ist. Einen schöneren Weg kommunalen Zusammenschlusses kann es doch gar nicht geben, denn die Leute gehen freiwillig dorthin, wo das Leben pulsiert.

Nicht zuletzt hat unsere große Präsentationsveranstaltung in Berlin, die kleine Thüringenvertretung fast zum Platzen gebracht, so viele Gäste hatte bisher noch keine Stadt in das Haus in der Türkenstraße gezogen.

Gotha im Aufbruch
Gotha baut und zwar an jeder Stelle. Sicherlich war die Wegnahme des ehemaligen Fischladens am Mohrenberg, der nach seinem Zusammensturz nur ein faulender Holzberg war, für viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt die Erlösung von einem traurigen Schandfleck. Dass wir auch das dreieckige Gebäude an der Ecke Perthesstraße/ Steinmühlenallee auf unsere Kosten wegnehmen mussten, war nicht geplant. Da es hier keinen Eigentümer gab, musste die Stadt Gotha den Einsturz des Gebäudes und seine Entfernung mit 35.000 Euro bezahlen. Insgesamt ist einzuschätzen, dass sich das Stadtbild durch Maßnahmen der Stadt Gotha in den letzten Jahren wesentlich verbesserte, und die Bürger dies mit Freude unterstützen, auch der Wiederaufbau der alten Orangerie-Apotheke als Wohnhaus in der Friedrichstraße ist ein schöner Beweis, dass Förderung und private Initiative einiges ermöglichen. Die Baugesellschaft Gotha wird im nächsten Monat mit dem Spatenstich in der Siebleber Straße eine neue attraktive Form des Wohnens in der Innenstadt schaffen und keiner soll sagen, Gotha wäre nicht im Aufbruch. Mit den Baumaßnahmen am Hersdorfplatz, an der Europakreuzung, in der Justus-Perthes-Straße und in der Augustinerstraße könnte der Eindruck entstehen, Gotha baut an jeder Ecke. Wenn dies so ist, ist es gut, denn wir bewegen etwas, was dringend notwendig ist.

Die Fußgängerbrücke am Heutalsweg wird noch vor dem Thüringentag wieder der Öffentlichkeit übergeben und die DEGES hat mitgeteilt, dass sie den Bau der Ortsumgehung Sundhausen ab Frühjahr 2012 plant, wenn die notwendigen Fördermittel dazu bereitgestellt werden.

Stadt-Bad Gotha
Die neue Saunalandschaft des Stadt-Bades ist bereits im Rohbau fertig gestellt, die Bodenplatte des neuen Schwimmbeckens sowie die Umfassungswände stehen ebenfalls, wir sind mit dem Bauablauf sehr zufrieden, zumal die Witterungsbedingungen optimal sind, ebenso gehen die Innenraumarbeiten im alten Bad sehr gut voran. Über all die Baumaßnahmen hat die Badbetreibungs GmbH mit Maskottchen Aqualino einen Besucherzustrom von mehr als 2% zum Vorjahr. Am 15. Mai wurde das Freibad eröffnet. Der Kiosk wurde saniert, der Beckenkörper ertüchtigt, Grünflächen aufgewertet und das Pumpenhäuschen sowie die Umkleiden mit einem neuen Anstrich versehen.

Das Winterpalais Gotha
Seit heute kann jeder erkennen, welche Formen das Winterpalais Gotha als neue Stadtbibliothek annehmen wird, denn eine großflächige Plane zeigt den modernen Baukörper den die Architekten von AIG Gotha für die Bürger der Stadt fertigten. Die Ausschreibungen laufen planmäßig, so dass wir vor Herbst 2011 hinter der Plane mit den Bauarbeiten beginnen können. Mögen die Bürger der Stadt und unsere Gäste lange Zeit Freude an der geschmackvollen Plane haben und Schmierfinken vom Blitz getroffen werden. 

Wirtschaft in Gotha
Wieder konnte ein Grundstück in Gotha-Süd zur Erweiterung eines Unternehmens angeboten werden. Derzeit laufen die Verhandlungen mit zwei großen Investoren, einmal am Standort Gotha-Ost und in Gotha-Süd um neue wirtschaftliche Größe nach Gotha zu bringen. In beiden Fällen handelt es sich um Zukunftstechnologien. Neuer Anstrengungen bedarf die Gewinnung von Arbeitskräften, der Markt für CNC-Dreher/Fräser weist schon heute Lücken auf, die nicht zu füllen sind. Verstärkt muss deshalb versucht werden, durch Unternehmen und Wirtschaftsförderung Arbeitskräfte anzuwerben. Die dazu laufenden Gespräche sind wichtige Impulsgeber.

Auch die Gothaer Innenstadt bleibt attraktiv, so können Geschäfte wieder belegt werden, eine Investition am alten Finanzamt in der Erfurter Straße angeschoben werden. Für den Bau des Innenstadtcenters in der Gartenstraße wurde von mir in der letzten Stadtratssitzung ein Zeitplan vorgelegt, der eine vom Stadtrat initiierte Bürgerbeteiligung vorsieht. Bereits jetzt gibt es umfangreiche Gesprächsrunden, in denen der Investor mit den Bürgern ins Gespräch kommen will.

Barockes Universum Gotha
Zum Barocken Universum Gotha haben in den letzten Wochen verschiedenste Gespräche stattgefunden, um die weitere Entwicklung dieses Meilensteins deutscher Kunst- und Kulturgeschichte zu ermöglichen. Dabei konnte die Gesamtfinanzierung der erhöhten Bau-, Ausbau- und Einrichtungskosten gesichert werden ohne dass sich der Anteil der Stadt Gotha erhöhte. Der Stadtrat hatte eine Beteiligung an den Baukosten von 400.000 Euro beschlossen. Ein grandioser Durchbruch, der uns 2015 das Universum eröffnen wird.

Mit der Ausstellung "Elephantastisch", der Rückgabe kriegsbedingt verlagerter Kunstgegenstände, dem ausverkauften Ekhoffestival 2011 und den gut besuchten Veranstaltungsreihen, hat sich die Stiftung Schloss Friedenstein unter den führenden zehn Stiftungen Deutschlands etabliert.

Nachdem die Finanzierung für die Thüringen Philharmonie Gotha wieder auf dem Prüfstand steht, ist es umso wichtiger allen Bestrebungen der Vereinzelung der Sammlungen auf Schloss Friedenstein eine Abfuhr zu erteilen. Mit der Stadt Gotha und ihren Bürgern wird es keine Zersplitterung und erneute Abgleitung Gothas in die Provinzialität  geben, denn das "Barocke Universum" ist nur dann weltweit einmalig, wenn Kunstsammlungen, Bibliothek und Archiv vereint bleiben und nicht der Bildung eines Zentralarchivs oder einer zentralen Bibliotheksverwaltung geopfert werden.

Halten wir es deshalb mit Inge Meisel, dem Geburtstagskind des Tages die formulierte "Kämpfen hält jung", deshalb voran alle Junggebliebenen.

Denkmal im Rosengarten
Im Sommer 2011 wird der sorgsame Abbau des Denkmals im Rosengarten erfolgen, dieser Abbau steht in keinem zeitlichen oder gar organisatorischem Zusammenhang mit dem Thüringentag und den geplanten Auftritten der Gothaer Hochseiltruppe "Geschwister Weisheit". An der Mozartstraße/ Bahnhofstraße wurde eine Fläche für ein neues Denkmal bereits ausgewiesen und mit einer Hinweistafel ausgestattet. Dabei bleibt der Sockel des alten Bismarckdenkmals, der ein eigenes Grundstück bildet, völlig unberührt, es war auch nie vorgesehen, diesen Sockel in die Denkmalsüberlegungen einzubeziehen, wie von Mitgliedern des Bismarckbundes und Bürgern vermutet worden ist. An dem neuen Standort wird es uns in den nächsten Jahren gelingen, einen würdigen, zentral gelegenen Ort zu finden, der den Opfern des Nationalsozialismus einen angemessenen Platz im Stadtbild verspricht.   Der Sommerblumenschmuck kommt, bunte Wiesenmischungen werden Freiflächen verschönern und 14.000 Blüten in den Gothaer Stadtfarben werden nicht nur zum Thüringentag der Residenzstadt Farbe verleihen. Für das große Fest werben 100 "Big bags" im Stadtgebiet.

Wir kommen in Gotha sehr gut voran, das dachte sicherlich auch ein Autofahrer, den unsere fleißigen Politessen vor einer Schule mit 109 km/h blitzten. Eigentlich sind zwei Monate ohne Führerschein für diese rasante Fahrt viel zu wenig.

Herzlichen Dank!

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