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Pressemitteilung - Detailansicht

15.09.2009, Empfang der Botschaft zum Slowakischen Nationalfeiertag am 14.09.2009

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen in Gotha, in der Mitte Deutschlands, in einer Stadt, die schon lange Beziehungen in die Slowakei pflegt, umso mehr freut es uns, dass Sie, sehr geehrter Herr Eschmet, Gotha zur Gastgeberstadt Ihres diesjährigen Empfanges ausgewählt haben.

Unsere Beziehungen in die Slowakei sind vielfältig, sie tragen viele Früchte, unsere Partnerstadt Martin, die slowakische Hauptstadt der Volkskunst, ist uns seit 1997 partnerschaftlich verbunden, doch bereits 1985 begannen die Kontakte. Damals hat der Rat des Kreises Gotha Verbindungen nach Martin geknüpft, die mit der Deutschen Wiedervereinigung zu Ende gingen. Die Stadt Gotha hat 1995 diese Kontakte wieder aufgenommen, die evangelische Kirche begann ein Hilfsprojekt und 1997 kam es zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde.

Glauben Sie bitte nicht, dass eine Stadt mit mehr als 1200jähriger Geschichte, erst vor kurzem begonnen hat, ihre Liebe zur Slowakei zu entdecken. Unsere Beziehungen gehen viel tiefer in die Geschichte.

Der mitteldeutsche Raum war mit der Slowakei und Ungarn recht eng verbunden, die alte Handelsstraße, genannt die Kupferstraße, führte von dort bis Nürnberg. Auf dieser Straße herrschte ein reger Handelsverkehr, Erze der Slowakei brachte man nach Hohenkirchen in die Saigerhütten, auch die heilige Elisabeth kam über Bratislava auf dieser Straße nach Thüringen. In Gotha baute sie 1223 das erste Hospital.

1754 wird in Bratislava der berühmte Forscher und Astronom Franz Xaver von Zach geboren, er wird 1787 Direktor der Gothaer Sternwarte, organisiert hier den ersten Astronomenkongress der Welt und macht die Stadt zum Mekka der Himmelserkundung. Einhundert Jahre später fährt Gothas Herzog Ernst II. nach Bratislava, besucht die Eishöhle Dobsinska, um dort das erste unterirdische Bauwerk zu besichtigen, welches mit elektrischem Licht beleuchtet wird, fünf Jahre später hält in seiner Residenz die Straßenbahn Einzug, in der ersten Kleinstadt Deutschlands, betrieben mit Elektrizität ? Straßenbahnen aus Gotha fuhren auch in slowakischen Städten, bis sie durch Tatra ?Bahnen der tschechischen Brüder ersetzt worden sind.

Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha besaß seit 1829 seine Residenz auf dem Kastell Sväty Anton, in der Nähe der ältesten europäischen Bergbaustadt Banska Stiavnica, was in der Folge zum Stammsitz der bulgarischen  Zaren und Könige aufstieg.

Heute sind unsere Beziehungen vielfältig, wir treffen uns mit Schulklassen, mit Unternehmen und auf kommunalpolitischer Ebene mit den Freunden aus Martin. Studenten aus der Slowakei sind jedes Jahr Herzog-Ernst-Stipendiaten am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, in diesem Jahr half ein slowakischer Wissenschaftler bei der Ausgrabung eines Ursauriers an der Gothaer Forschungsstätte im Thüringer Wald.  

Und - wir treffen uns in Gotha zum Empfang anlässlich des Tages der Verfassung der Slowakischen Republik - herzlich willkommen.

Kontakt:

Stadtverwaltung Gotha
Informationsamt
Telefon: 03621 222-234

Anschrift: Historisches Rathaus
Hauptmarkt 1
Telefax: 03621 222-293
E-Mail: presse@gotha.de