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08.06.2022, Biertradition und Bierbraukunst in Gotha müssen erhalten bleiben

Oberbürgermeister Knut Kreuch und Landrat Onno Eckert zur beabsichtigten Schließung von Thüringens größter Brauerei in Gotha

"Die beabsichtigte Schließung des Standortes Gotha der Oettinger Brauerei ist ein herber Tiefschlag, den ich erst einmal verdauen muss", so Oberbürgermeister Knut Kreuch und er ergänzt "weil Thüringer kein Oettinger trinken (nur 2% Marktanteil), weil sportliche Aktivitäten nicht den wirtschaftlichen Erfolg brachten, darf doch heute nicht der modernste Braustandort des Freistaates geopfert werden?" fragt sich das Gothaer Stadtoberhaupt und verweist auf den florierenden Export in 99 Länder der Erde.

Knut Kreuch fühlt sich auch persönlich betroffen, denn zu keinem Braustandort hatte das Unternehmen eine so enge Beziehung, wie zu Gotha. Dazu der Oberbürgermeister: "Ich bin es gewesen, der 1991 der erste Ansprechpartner in der Stadtverwaltung war, als der neue Besitzer Günter Kollmar am Freitagnachmittag, dem 12. Juni 1991, im Rathaus anrief. Wenige Tage später war ich mit dem Wechmarer Heimatverein als Botschafter des Gothaer Landes in Bayern und wir haben die neue Partnerschaft gefeiert. Seit drei Jahrzehnten, das sind unzählige Gothardusfeste, deutschlandweite Trachtenfeste, Stadtempfänge und Veranstaltungen habe ich dem Unternehmen immer wieder den Rücken gestärkt, wichtige Entscheidungen mitgetragen, Grundstücke zur Firmenerweiterung vermittelt und somit Oettinger in aller Welt als Getränkehersteller befeuert. Mancher meiner Zuhörer meinte bei meinem Werbebotschaften, ich wäre bei Oettinger angestellt", so Knut Kreuch.

Auch Onno Eckert, Landrat des Kreises Gotha, kritisiert die geplante Schließung scharf. "Die Schließung des Standorts ist ein Schlag in die Magengrube der Beschäftigten und der Region. Ich fordere von der Oettinger Brauerei, eine andere Lösung zu finden – aus Verantwortung gegenüber der Unternehmensgeschichte, den Beschäftigten und der Region. Schließt die Oettinger Brauerei ihren Gothaer Standort, den einzigen in Ostdeutschland, wird das Erbe des Oettinger-Gründers, Günther Kollmar, sowie das des ehemaligen Oettinger-Chefs, Dirk Kollmar, dem Erdboden gleich gemacht. Beide hatten sich dafür eingesetzt, die Rolle der Brauerei in der Region zu stärken."

Die Schließung des Standortes Gotha, der größten Brauerei Thüringens, dem größten Biersteuerzahler an den Freistaat Thüringen, wo eine mehr als 700 Jahre lange Brautradition besteht, wo jedes Jahr 2 Millionen Hektoliter Bier meist für den Export produziert worden sind, ist die falsche Antwort auf die Fragen der Zeit. Gerade jetzt gilt es den Standort Gotha zu erhalten, wenn ihn Oettinger nicht mehr will, dann muss das Unternehmen bereit sein, ihn schnell abzugeben an einen anderen Partner, dabei müssen die Thüringer Markenrechte für Gotha gesichert werden, denn nur so können in einem Gesamtpaket von Maßnahmen 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze erhalten werden.

Oberbürgermeister Knut Kreuch hat heute nach der Belegschaftsversammlung mit der Unternehmensführung, in Begleitung des Thüringer Wirtschaftsministeriums, Gespräche begonnen und dem Unternehmen Hilfe angeboten, die Brauerei Gotha zu erhalten.

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