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2015: Daniela Rockstuhl

Hannah-Höch-Ehrung 2015 an Daniela Rockstuhl

Daniela Rockstuhl erhält die Hannah-Höch-Ehrung 2015, Foto: Lutz Ebhardt
Daniela Rockstuhl erhält die Hannah-Höch-Ehrung 2015, Foto: Lutz Ebhardt

Zum achten Mal wird das Wirken einer Gothaerin Künstlerin mit der "Hannah-Höch-Ehrung" gewürdigt. In diesem Jahr fiel die Entscheidung der Jury auf Daniela Rockstuhl, die von Ingrid Seyffarth, Anke Merbach, Jutta Brosig und Helga Wilfroth vorgeschlagen wurde.

Daniela Rockstuhl ist Regisseurin, Schauspielerin, Tänzerin und Theaterpädagogin und eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen des art der Stadt e.V., des erfolgreichen Theatervereins in Gotha. In seiner Laudatio würdigte sie Oberbürgermeister Knut Kreuch mit den Worten: "Die Arbeit, die die diesjährige Preisträgerin leistet, kommt nicht nur dem preisgekrönten Verein zugute, sondern auch den zahlreichen Kindern und Jugendlichen, die sie betreut. Ihr vielfältiges Wirken, ihr unermüdlicher Einsatz, der ständige ‚kreative Unruhezustand’ sind Markenzeichen ihres Engagements. Die Begriffe Hingabe und Leidenschaft verkörpert sie auf ganz besondere Weise und letztlich ist sie das ‚Gesicht des Vereins’“.

In Gedenken und Erinnerung an Gothas berühmteste Tochter Hannah Höch veranstaltet die Stadt Gotha jedes Jahr im November, die "Hannah-Höch-Ehrung". Die Veranstaltung wird zum Anlass genommen, das künstlerische Schaffen Gothaer Frauen zu würdigen. Geehrt werden Künstlerinnen aller Genres, sowie kunst- und kulturinteressierte Frauen, die in Gotha geboren wurden oder lebten und einen engen Bezug zu Gotha haben. Vorschläge, wessen Werk mit der "Hannah-Höch-Ehrung" gewürdigt werden soll, konnten Gothaer Bürgerinnen und Bürger bei der Stadtverwaltung Gotha einreichen.

Laudatio des Oberbürgermeisters auf die Hannah-Höch-Preisträgerin 2015

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Hannah-Höch-Preisträgerinnen,
liebe Jury,

zum achten Mal haben wir uns heute hier im Rathaus verabredet, um einer inzwischen ganz wunderbaren Tradition zu frönen, nämlich eine Gothaer Künstlerin der Gegenwart mit der "Hannah-Höch-Ehrung" auszuzeichnen.

Wir würdigen damit heute wieder, am Tag nach Hannah Höchs Geburtstag, eine kunst- und kulturinteressierte Frau aus Gotha und deren kreatives Schaffen. Wir stellen sie in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit, um ihr unseren besonderen Dank und unsere Anerkennung für ihr Wirken auszusprechen. 

In den vergangenen Jahren haben wir das schon mit Ingrid Seyffarth, Helga Wilfroth, Kerstin Damm, Margarete Metze, Natali Schmidt, Jutta Amling und Andrea Drewlo so handhaben dürfen. Ich freue mich, dass ich die meisten von ihnen heute hier im Publikum sehe und heiße die bisherigen Preisträgerinnen ganz herzlich willkommen!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Kunst und Kultur haben in unserer Stadt einen besonderen Stellenwert. Das ist für Sie nichts Neues und Sie alle wissen, dass dies in Gotha keine hohle Phrase ist. Wenn wir im 25. Jahr der Wiedererlangung der Deutschen Einheit auf Gotha blicken, dann dürfen wir uns über die gemeinsam errungene und gestaltete Kulturlandschaft unserer Stadt freuen. Wir haben vieles erreicht, haben darüber hinaus aber auch noch viele Visionen, die wir zusammen umsetzen möchten. Daran waren in der Vergangenheit, sind in der Gegenwart und werden in der Zukunft viele Frauen unserer Stadt mit ihrer Kreativität und ihrem großen Engagement beteiligt sein und uns gewiss auch für diese Hannah-Höch-Ehrung noch viele interessante Impulse geben.

Viel zu oft ist das Reden über die Leistungen vergangener Generationen männlich, warum? Ganz einfach: Der männliche Chronist, denkt eben nur an sich und setzt eben nur dem Manne ein Denkmal. Ich sage dazu, der Erfolg des Mannes hat fast immer weibliche Wurzeln.

Die Hannah-Höch-Ehrung soll uns deshalb immer stärker anregen, mehr Frau zu wagen, mehr wertzuschätzen und die Gleichberechtigung wahrhaft zu leben.

Frauen von heute haben Vorgängerinnen, man muss sie nicht immer bei der Heiligen Elisabeth suchen, wenn man an soziales Engagement denkt. Frauen aus Gotha wie Barbara Cranach geb. Brengebier bestimmten wesentlich die künstlerische Arbeit der Familie Lucas Cranach.

Margarethe Myconius geb. Jäck prägte mit ihrem Mann die neue Epoche der Reformation, insbesondere in der Bildung.

Emilie von Berlepsch geb. von Oppel befreite die Frauen aus dem Glauben der unbefleckten Schwangerschaft.
Die Gothaerin Christiane Erdmann wurde 1843 durch Fröbel selbst als eine der ersten Frauen zur Kindergärtnerin ausgebildet.

Die Schriftsteller Mark Twain und Sir Arthur Conan Doyle verdanken Margarethe Jacobi, die ihre Kindheit und Jugend in Gotha verlebte, die beste Übersetzung ihrer Werke ins Deutsche.

Wir erinnern uns, erst mit der Demokratie, kam das Frauenwahlrecht, die politische Betätigung der Frau in Stadt- und Kreisräten, das 20. Jahrhundert ist das Zeitalter der Frau, die sich wie Hannah Höch und Marianne Brandt ganz ihren künstlerischen Lebensinhalten, wenn auch unter schwierigsten Bedingungen, hingeben durften.

Verehrte Hannah-Höch-Festgesellschaft,

Der Jury wurden nach unserem öffentlichen Aufruf auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Vorschläge unterbreitet. Sage und schreibe vierzehn Frauen wurden dem Gremium vorgeschlagen.
Die heutige Preisträgerin, das kann ich schon vorweg nehmen, wurde in diesem Jahr gleich viermal für diese Auszeichnung empfohlen!

Da heißt es im ersten Vorschlag "Alles, was sie anpackt, ist kreativ, phantasievoll, außergewöhnlich, hat Hand und Fuß, zeugt von enormem Fleiß." Die zweite Einreicherin schrieb, dass sie diese Künstlerin "unbedingt" für die Auszeichnung vorschlagen will, denn "... sie leistet seit Jahren so eine großartige Arbeit im künstlerischen Bereich, ist ehrenamtlich nicht wegzudenken, ... ohne sie wäre die Kulturlandschaft in Gotha erheblich ärmer!". So ziehen sich die Würdigungen auch durch den dritten und vierten Vorschlag. 

Da war es für die Jury schnell klar, wem die Auszeichnung in diesem Jahr gelten sollte. Sie entschied sich mit großer Mehrheit für eine Gothaerin, deren Lebenslauf mit der Erwähnung aller künstlerischen Leistungen mehrere engbeschriebene Seiten umfassen würde.

Unmittelbar vor dem großen und bis heute unaufgeklärten Bilderraub auf Schloss Friedenstein geboren, absolvierte sie nach einer sehr erfolgreichen Schulzeit in der Residenzstadt mit ebenso großem Elan und wiederum gleichen Erfolg nicht nur ein Studium (in der Fremde), sondern betätigte sich sehr aktiv an zahlreichen Einzelprojekten und künstlerischen Produktionen. Dabei wurde sie zur nunmehr unentbehrlichen Stütze eines kreativen Bundes, der Gotha seit zwei Jahrzehnten erfolgreich prägt und wiederum zu einem wichtigen kulturellen Stützpfeiler in unserer Stadt geworden ist.

Die Arbeit, die die diesjährige Preisträgerin leistet, kommt nicht nur dem preisgekrönten Verein zugute, sondern auch den zahlreichen Kindern und Jugendlichen, die sie betreut. Ihr vielfältiges Wirken, ihr unermüdlicher Einsatz, der ständige "kreative Unruhezustand" sind Markenzeichen ihres Engagements. Die Begriffe Hingabe und Leidenschaft verkörpert sie auf ganz besondere Weise und letztlich ist sie das "Gesicht des Vereins".

Fragt man mich persönlich, wie ich die neue Preisträgerin charakterisieren soll, möchte ich folgende Einschätzung geben:

Sie hat eine besondere Art Gesicht zu zeigen, sie versteht es sogar Gotha Gesicht zu geben. Sie macht kein Theater, sie spielt es und zwar überzeugend gut. Sie lebt ihre Figuren mit individueller, eindringlicher Stärke. Sie trägt keine Kostüme, sondern schlüpft in Identifikationen. Sie versteht es zu spielen mit Generationen und kann Kinder und Jugendliche zu Höchstleistungen anstiften. Weil sie brennt, für ihre Sache. Ihr Spielort ist nicht das Theater, nicht der kühle Probenraum, nicht der Platz des Gothardusfestes und auch nicht das Klassenzimmer – ihr Spiel- und Lebensraum ist überall. Mit ihrem Engagement adelt sie Gotha.

Und jetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren, komme ich nicht mehr umhin Ihnen den Namen der diesjährigen Preisträgerin zu nennen, ich bin fast sicher, dass Sie schon wissen, wen wir 2015 ehren möchten.


Liebe Daniela Rockstuhl,

ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zur Hannah-Höch-Ehrung 2015!

Der Vorschlag wurde von Ingrid Seyffarth, Anke Merbach, Jutta Brosig und Helga Wilfroth eingereicht und ich freue mich über die Entscheidung der Jury.

Herzlichen Glückwunsch!

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