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Anant Kumar: Alle Kolumnen

05.09.2015, Was ist eigentlich eine Stadtschreiber-Position?

Nachdem ich mehrere Monate beflügelnd und zugleich emsig als Stadtschreiber in einer Residenzstadt äußerst gern gearbeitet habe, befasse ich mich mit dem Gegenstand dieser Zeitungskolumne. 
Ein Beweggrund dieser Auseinandersetzung liegt darin, dass ich tagtäglich von den AkademikerInnen unterschiedlicher Tönungen über diesen simplen, leicht nachvollziehbaren Gegenstand einer Literaturauszeichnung gefragt werde. Des weiteren käme, dass ich teils gegen meine Erwartung und teils als ein unvorgesehenes Arbeitsglück die schöpferische Tätigkeit in den ersten sechs Monaten meines Mandats in Gotha durch und durch genossen habe. Das würden vor allem meine Langzeitkritiker zweifelsohne bestätigen.

Es gibt erfreulicherweise circa zwei Dutzende von Städten, Gemeinden ... sogar Dörfern, die so eine öffentliche Ausschreibung für die Schreiber in deutscher Sprache ausrichten. Die dotierten Preis- und Stipendiumsgelder variieren zwischen 5,000 € und 15,000 €! Hinzu bekommt der Preisträger bzw. der Stipendiat eine modern ausgestattete Unterkunft vor Ort. Das geräumige, schöne Wohnquartier im historischen Brühl ist mir in Gotha ans Herz gewachsen, und inzwischen schätze ich meinen Wohn- und Arbeitskomfort mehr als die vorgesehene Preisgeldsumme. 
Den Gothaer Vertrag nahm ich zwar als gerecht an. Im Laufe der Arbeitsmonate habe ich ihn, den Stadtschreibervertrag, aber mehr und mehr lieben und schätzen gelernt. Denn nur so könnte ich im Voraus meine Psyche stärken.
Sowie die Preisgelder sich ähneln, unterscheiden sich die Verträge in ihren Ansprüchen der Gegenleistungen. Manche sehen künstlerisch, ungezwungener, freier ... vordergründig als eine Literaturauszeichnungen aus. Ein paar sind wiederum im klaren "Deutsch" mit Rechtsparagraphen versehen. Laut denen muss der Arbeitnehmer der Stadt gegenüber viele Pflichten erfüllen. Mit der Betonung auf "Muss"! (-: Es ist jedem mündigen Erwachsenen frei überlassen, die Verträge und die Arbeitsbedingungen zu studieren. (-: Kumar hat es in Gotha keineswegs bereut. (-:
Die Stadt liegt idyllisch: Krahnberg, Seeberg und der Stadtkern mit den vielen riesen Parkanlagen. Aber wenn ein Angekommener die Stadt Gotha genauer wahrnimmt, stellt er fest, dass Gotha eine altbewährte wissenschaftliche, wirtschaftliche, industrielle ... humane, freigeistige Traditionen aufzuweisen hat.
In meiner Gothaer Bewerbung hob ich ausdrücklich mein Interesse hervor, dass ich die Stadt und die Umgebung mit der Naivität eines Kindes erkunden möchte. Dass der Naturzauber in seiner Vielfalt vor Ort mich wiederholt übermannt, kommt der Bonus als eine Glücksperle für mich hinzu. Zitierend aus jener magischen Schatztruhe möchte ich die Leser dieser Kolumnen nach Gotha einladen: »Die Gothaer Parkanlagen sind wahre Unikate! Sie sind symmetrisch-barock! Zugleich schlängeln sich die Parkseen romantisch in die geheimnisvollen, dunklen Geisterecken, in denen es an manchen Spätfrühlingsabenden den Gänsekindern bange wird!«

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