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Anant Kumar: Alle Kolumnen

22.08.2015, GOTHA heißt GROßGEIST: Eine Hommage an die großgeistige Freidenkerin Bertha von Suttner!

Der geniale Sprachkünstler Robert Musil erwähnt in seinem kaiserlichen und königlichen Romanepos, dass es zwei Schreiber gegeben haben soll, die mit ihrem Leben und Werk zum Weltfrieden einen ungeheuren Beitrag geleistet haben: Lew Nikolajewitsch Tolstoi und Bertha von Suttner. Die zweite Weltpersönlichkeit wurde trotz ihrer Abneigung gegenüber Ehrungen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Samt Henry Dunant würde ich die Drei zu den drei größten und aktivsten Pazifisten jenes Jahrhunderts der Kriege zählen. Vor allem auf dem Kontinent, der wahrscheinlich die meisten Kriege in der Welt in den regelmäßigen Abständen verursachte. 
Vor Jahren fertigte ich eine Reflexion über den Gründer des Roten Kreuzes "Henry Dunant" an. Dunant zog sich nach seiner monumentalen Leistung von der Menschheit aus Neidern, Mißgünstlingen, Verleumdern, Hetzern, Anschwärzern ... in die einsame Anonymität zurück. "Gegen seinen Willen wurde er in einem Armenhaus von Bertha von Suttner aufgesucht, und er erhielt 1901 als erster den Friedensnobelpreis. Das alles interessierte ihn nicht. Er spendete sein ganzes Vermögen, lebte als ein vereinsamter Bettelmönch und wollte ohne jegliche Zeremonie wie ein Hund begraben werden." (Kumar, Anant: Die galoppierende Kuhherde, Schweinfurt 2009)
Kurd Laßwitz, der vielschichtige, brillante und zugleich untertriebene Gothaer Schriftsteller, bat seine Kollegin in Österreich, für die Zeitschriften satirische Beiträge gegen den Krieg und gegen die Rüstung zu schreiben. Über Laßwitz lernte die überzeugte Pazifistin Bertha, dass es in Gotha ein funktionstüchtiges Krematorium gibt.
Auch heute kann die Stadt Gotha auf ihre, erste Feuerbestattungsanlage Deutschlands und wahrscheinlich Europas stolz sein, weil das Umdenken in der Lebensführung vor allem einem humanistischen, friedlichen und umweltfreundlichen kritischen Geist entsprang.
Wie ihr geistiger Freund Dunant enthielt sich Bertha von Suttner der Pompösität, des Ruhms und den weiteren angenehmen Dingen des Lebens bis zu ihrem irdischen Abschied, "verbiete mir jegliche Aufbewahrung, Kranzspenden, Einsegnung" (Rasch, Helga: GOTHA weit bekannt - welt bekannt, Gotha 2009)
Ihrem Wunsch nach wurde die großartige Frau in Gotha eingeäschert, und eines Tages werde ich an ihrer sakralen Urne ein Weilchen nachsinnen - nochmals!
Die edle und zugleich bescheidene Stadt Gotha des Stadtschreibers birgt in sich auch im Jahr 2015 ein geistiges Klima, das sie in der Nachbarschaft nicht herum posaunt. Das Gotha von Anant Kumar lebt würdevoll kreativ, demütig leistungsvoll - samt ihren einfachen, herzhaften Menschen, Reichen und weniger Reichen, tollen historischen Bauten und einer anmutigen Topografie. Denn: Es herrsche der volksdienende humanistische, reformative Großgeist unseres Patriachen Ernst des Frommen!!!

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