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Mühlhäuser Straße - Gothas gewerbeträchtigste Sackgasse wird saniert (Kopie 1)

Quelle: Oscar am Freitag vom 28.07.2017/HaZweiOh Info des Wasser- und Abwasserzweckverband "Gotha und Landkreisgemeinden"

Namen sind manchmal Schall und Rauch
Gothas gewerbeträchtigste Sackgasse wird saniert

Gothas Osten. Hier zweigt von der Kindleber die Mühlhäuser Straße ab. Wer sie befährt, kommt allerdings nie in der rund 40 km nördlich gelegenen „Thomas-Müntzer-Stadt“ an, wie deren offizieller Beiname seit 1975 ist. Die Mühlhäuser Straße ist eine Sackgasse. Zudem kennen viele Gothaer sie nicht dem offiziellen Namen nach. Vielmehr steht der eines der Unternehmen dort für sie – die Spanplatte.   

Eben genau jene Bauteile aus Holzspänen und Sägemehl sowie viel Klebstoff wurden lange in Gotha produziert. Das hiesige Werk war das modernste der DDR und wurde wohl auch deshalb in den frühen 1990er-Jahren von der Sauerländer Spanplatten GmbH & Co. KG aus Arnsberg gekauft. Übrigens ist die Spanplatte eine urdeutsche Erfindung und von Max Himmelheber, der damit in den 1930er-Jahren den Verwertungsgrad von Bäumen steigern wollte.

Die Mühlhäuser Straße ist halt was Besonderes. Auch wenn es um deren aktuelle Sanierung geht. Die fördern Freistaat und Bund aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Hier ist ganz locker jene Bedingung erfüllt, wonach mindestens 80 Prozent der Flächen gewerblich genutzt werden. Weiterer Zuwachs ist geplant. Etwas mehr als 1 Mio. Euro gab es deshalb.

Die 13 ist hier die Glückszahl. Ebenso viele Firmen wie das Spanplattenwerk, die Bystronic Maschinenbau GmbH oder die „Heinrich Wedekind & Gillmann GmbH & Co. KG“ sind derzeit eine Hausnummer in eben dieser Mühlhäuser Straße.
Gewerbegebiet wie Straße sind städtisch, die Stadtverwaltung daher Bauherr. Ihr zur Seite – der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAG) sowie die Stadtwerke Gotha GmbH. Die beiden, weil die Straße sich erst dann schick in Schale schmeißen kann, wenn das Untendrunter ebenso fein ist. So lassen die Stadtwerke eine neue Mittelspannungsleitung im Untergrund verlegen. Dem WAG bleibt wie stets alles das, was fließt.
Auch der Auftakt zur Sanierung war ungewöhnlich. Es erfolgte kein erster Spatenstich. Vielmehr gaben Kettensägen den Ton an: Die Deutsche Bahn hat hier Grund und Boden. Die Natur war sich weitgehend selbst überlassen. So wucherte üppig das Grün, wuchsen Bäume (grundstücks-)grenzüberschreitend. Sie standen folglich einer idealen Erschließungsstraße im Weg, sodass es ihnen an Stämme und Wurzeln ging.

Dann schlug der Trinkwasserleitung letztes (Nutzungs-)Stündlein. Sie war veraltet, stillte den gewachsenen Wasserdurst der Firmen nur bedingt. Die neue Pipeline mit 540 m Länge schafft jetzt mit ihren Kaliber von 150 mm doppelten Durchsatz. Das ist auch Grund, warum der Zweckverband zu seinen 240.000 Euro weitere 210.000 Euro Förderung bekam (alles netto). Zudem wurden noch fünf Hydranten gebaut – für den Fall aller Fälle.

Ohne Zuschuss bleibt hingegen die Entsorgung: Bisher entledigte man sich des Schmutzwassers durch einen Material- und Stil-Mix aus einem 500er Betonrohr mit gut 180 m Länge und einem 150 m langen, gemauerten Kanal in Ei-Profil, der von ordentlichen 900 mm an der Basis auf üppige 1.350 mm Oberweite anwuchs. Beide waren in die Jahre gekommen. Sie sollten aber die Chance auf ein zweites Leben bekommen. So besann man sich eines speziellen Verfahrens. Ihnen zog man an den Schächten mit Harz getränkte Nadelfilzschläuche ein. Zunächst „links herum“ eingeführt, wurden sie dann mit Wasser ausgerollt. Dessen erhöhte Temperatur und ein gewisser (Nach-)Druck sorgten dafür, dass sich diese „Inliner“ an die Innenseiten anschmiegten und dann passgenau aushärteten.

Während die angejahrte Verrohrung solcherart Jungbrunnen erlebte, mussten die ebenfalls betagten Schächte neu aufgebaut werden. Für die Abwasserentsorgung investierte der WAG 500.000 Euro netto.

Ende November soll alles fertig sein – drei Jahre nach Planungsbeginn. Die Straße bleibt dabei auf bisheriger Trasse und Breite, ist dann aber für Schwerlastverkehr tauglich. Sie bekommt zudem auf voller Länge einen ordentlichen Fußweg – allerdings nur auf einer Seite.

Text: Rainer Aschenbrenner

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