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Meldung vom 15.12.2017 - Gothaer Fahrzeugachsen Hersteller verdoppelt seine Mitarbeiterzahl

Kontinuierliche Umsatzsteigerung und Eigenentwicklung im traditionsreichen Unternehmen. Weltweiter Export

Von Peter Riecke

Gotha. "Wenn sich was dreht, ist Gotha drin", lässt sich Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) gern zitieren. Während seines Firmenbesuches in der Gothaer Fahrzeugachsen GmbH (GFA) ist dem Stadtoberhaupt die Freude anzumerken. Inhaber und Geschäftsführer Bernd Schneider führt durch die Produktionshallen, in denen Achsen für eine maximale Achslast gestaffelt bis 7,5 Tonnen und solche der "Schwerlastbaureihe" mit 10 bis 12 Tonnen Tragkraft entstehen.

Die Tradition des Unternehmens geht bis auf das königlich-preußische Reparaturwerk für Eisenbahnwaggons zurück. In den Jahren vor 2012 war das Schicksal der Firma, damals in der Südstraße der Kreisstadt beheimatet, jedoch wechselhaft. 2011 übernahm es Bernd Schneider und gab dafür andere Beteiligungen auf. Der Insolvenzverwalter hatte sich für ihn entschieden, weil der Kaufpreis stimmte und er außerdem den Fortbestand des Unternehmens und Arbeitsplätze garantierte, berichtet Schneider. Im Januar 2012 begann die Unternehmenstätigkeit. Da die Miete in der Südstraße zu hoch wurde, zogen Schneider und seine Mitarbeiter im Juni 2013 ins eigene Werkgelände in der Hans-C.-Wirtzstraße 4 um. Oberbürgermeister Kreuch unterstrich, dass damit ein Leerstand in Gotha-Siebleben verhindert werden konnte.
Inzwischen hat sich die Mitarbeiterzahl auf über 30 verdoppelt und die Produktpalette erweitert. Erste Patente sind angemeldet. Neben Fahrzeugachsen, oft speziell auf Kunden-wunsch konstruiert und gebaut, stellt GFA auch Getriebegehäuse und Anbauteile für Maschinen der Landwirtschaft her. Die Produktübersicht präsentiert das Unternehmen auch in Englisch, Russisch, Türkisch und Polnisch auf der Homepage im Internet. Auch nach Südkorea wurde schon geliefert. Die Firma ist bestrebt, selbst herzustellen, was man durchaus auch einkaufen könnte. Dennoch schätzt der erfahrene Unternehmer die Möglichkeiten der Kooperation mit anderen, oft auch kleinen oder mittelständischen Unternehmen in Thüringen. Dies mache es leichter, auf Kundenwünsche zu reagieren.

In den Werkhallen steht ein umfangreicher Maschinenpark der Metallbearbeitung von hochmodern bis alt, aber gut gepflegt. Mitunter gibt es für spezielle Aufgaben an Werkstücken außergewöhnlicher Größe keine computergesteuerte Drehmaschine. Dann müssen Fachwissen und die klassischen Spitzendrehmaschinen ran. Bearbeitungsgenauigkeiten von einem ein Hundertstel Millimeter sind trotzdem selbstverständlich.

Entsprechend vielfältig ist die Belegschaft zusammengesetzt. Da gibt es den 57-jährigen Holger lhling, der erst kürzlich seinen festen Arbeitsvertrag unterzeichnete, aber über viel Erfahrung in der Metallbranche verfügt und gerade mit sicherer Hand das Elektrobogen-Schweißgerät führt. Ebenso gibt es den jungen Werkstudenten, der die Konstruktionsabteilung bereichert. Auch die Pensionäre bringen ihr Wissen weiter ein.

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