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25.10.2017, Luthers Enkelin besucht ihren Geburtsort Gotha

Martin Luther und Katharina von Bora- Stiftung Schloss Friedenstein

Paulus Luther- Nathali Schmidt

Gertud Kraushaar- Natalie Schmidt

Luthers Enkelin besucht ihren Geburtsort Gotha

Am Reformationstag ist Martin Luthers Gothaer Enkeltochter im Rathaus zu Gast

Nach Auskunft der Lutherideen-Vereinigung leben in der Welt rund 5.000 Menschen, die Nachkommen von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora bzw. von Martin Luthers Bruder Jakob Luther sind. Seit 1926 sind alle Nachkommen in der Lutherideen-Vereinigung erfasst, rund 200 Nachkommen arbeiten aktiv in der Vereinigung mit. Am 3. November 1759 starb Johann Jacob Luther, der letzte männliche Namensträger aus der Familie Dr. Martin Luthers. Seit dieser Zeit gibt es nur noch Nachkommen des großen Reformators von seinen Töchtern und Enkeltöchtern, die nicht mehr den großen Namen tragen.

Auch Gotha kann sich einreihen in die Folge der Städte, wo Luthers Nachkommen zu Hause sind, denn am 29. September 1944 ist mit Christina Kraushaar in 13. Generation hier eine direkte Nachkommin von Martin und Katharina Luther geboren worden. Seit 1971 lebt die seit 1972 verheiratete Christina Pihaule in Leipzig. Sie wird am 31. Oktober 2017 einer Einladung von Oberbürgermeister Knut Kreuch zu den Gothaer Reformationsfeierlichkeiten folgen.

Wie kam diese Lutherfamilie nach Gotha?

1917, vor genau einhundert Jahren, erhielt in Gotha ein Nachkomme Martin Luthers, der Obergärtner Ernst Magnus Johannes Hofmann (09.11.1869 Leipzig - 13.11.1940 Gotha), eine Anstellung als Gärtner. Laut Adressbuch der Stadt wohnte er 1917 in der Jüdenstraße 48 und ab 1918 in der Goldbacher Straße 22. Dieses Haus wurde zum Stammhaus der Luther-Nachkommen in Gotha. Der Witwer Ernst Magnus Johannes Hofmann hatte am 12. September 1916 in Schwarzenberg die geschiedene Ida Louise Schonert geb. Hesse (05.09.1888 Arnstadt – 07.03.1971 Gotha) geheiratet. In Schwarzenberg war am 9. September 1916 der Sohn Ernst Hermann Johannes geboren, dem am 20. Mai 1920 in Gotha die Tochter Gertrud Ida Margarethe folgte. Der Sohn heiratete am 29.12.1942 in Danzig und ist am 14.02.1945 bei Marienburg gefallen. Mit seiner Frau hatte er eine Tochter Bärbel Karla Strzelecka geb. Hofmann (03.08.1944 Danzig – 24.10.1995 Gdansk).

Die in Gotha lebende Tochter des Obergärtnerehepaares Hofmann, Gertrud Ida Margarethe, heiratete am 20. Februar 1943 in Gotha. Ihr Mann war Robert Kraushaar (19.06.1917 Gotha – 15.08.2001 Gotha). Tochter dieser Ehe ist Christina Pihaule. Die Familie Kraushaar wohnte zuerst in der Goldbacher Straße 22 bei der Großmutter Ida Hofmann. Etwa 1948/49 zog die Familie in die Boilstädter Straße 5, anschließend in die Friedrich-Ebert-Str. 32 und am 11.08.1960 an den Friedensplatz 7. Gertrud Kraushaar, geb. Hofmann, lebte bis 2007 in dieser Wohnung in der Gartenstadtsiedlung „Am schmalen Rain“ und verbrachte ihre letzten Lebensjahre bis zum 7.1.2013 bei der Tochter in Leipzig.

Wie lang ist nun der Weg von Christina Pihaule bis zu Dr. Martin Luther?

Es sind 13 Generationen, die mit Martin und Katharina Luther beginnen, ihnen folgt der Sohn Prof. Dr. Paul Luther (28.01.1533 - 08.03.1593), danach dessen Sohn Johann Ernst Luther (24.08.1560 - 30.11.1637), der hatte die Tochter Elisabeth Dorothea Hoffmann (25.06.1624 - 20.05.1690). Sie hatte den Sohn Johann Ernst Hoffmann (17.11.1652 - 07.07.1697), ihm folgt der Sohn Johann Ludwig Hoffmann (27.07.1683 - 27.12.1744), diesem wiederum sein Sohn Christian Ernst Hoffmann (28.09.1711 - ?), dann dessen Sohn Christian August Hoffmann (14.08.1748 - 23.03.1809) und wieder der Sohn Christian Sigismund Hoffmann (12.11.1776 - 14.12.1840). Nun kommt in der Reihenfolge die Tochter Renate Gisel Ernestine Lieskau (10.12.1813-04.07.1876), wieder deren Tochter Ida Hofmann (14.06.1839-24.11.1917). Sie hatte den Sohn Ernst Magnus Johannes Hofmann, der 1917 nach Gotha gezogen ist.

Christina Pihaule hat ebenfalls zwei Kinder, Sohn Matthias und Tochter Sina, die ihr bereits Enkelkinder schenkten, so dass die Lutherfamilie aus Gotha weiter gewachsen ist.

Luther und Gotha

Martin Luther war oft und gern in Gotha, als er im Frühjahr 1515 in Gotha zum Distriktvikar gewählt worden ist, begann seine kirchliche Karriere. Schon ein Jahr später kam er wieder, um bei der Visitation dem Kloster gute Führung zu bescheinigen. Bereits 1512 holte sich der Maler Lucas Cranach, Luthers Freund, beim Ratsherren Brengebier die Tochter zur Braut und in der Stadt lebte Luthers Cousin, der Schneider Hans Lindemann mit seiner Frau Dorothea. Der um 1516 geborene Sohn Cyriacus wird ein glühender protestantischer Pädagoge.

 

Bis zu seinem Tod weilt Luther mehr als neunmal in der Stadt und hat weite Teile der Augustinerkirche in ihrer heutigen Form bereits gesehen. Besonders in Erinnerung ist ein Aufenthalt vom 27. Februar 1537, wo der Reformator sterbenskrank seinen Freunden Bugenhagen, Myconius und Melanchton sein Testament diktierte mit dem Willen in Gotha begraben zu werden. Doch die Gothaer erfüllten ihm seinen Wunsch nicht, sondern pflegten ihn wieder gesund und er lebte noch neun Jahre. Fünf Monate nach diesem Erlebnis nennt er seinen Freund Friedrich Myconius, den Bischof der göttlichen Stadt Gotha.

Zwei Söhne Luthers in Gotha

Genealogisch gesehen, ist bis heute in der Geschichtsschreibung untergegangen, dass sich zwei Söhne Martin Luthers in Gotha aufhielten. Es begann mit seinem ältesten Sohn Johannes Luther (07.06.1526 - 29.10.1575), der Hofrat in Gotha bei Herzog Johann Friedrich II., dem Mittleren (1529-1595) war, bevor er gleiche Stellung bei Albrecht, dem ersten Herzog von Preußen (1490-1568), antrat.

Luthers berühmtester Sohn, der Arzt Prof. Dr. Paul Luther (1533 - 1593), war es, der sich von 1559 bis zum 18. April 1567 in Gotha aufhielt, denn, er war von Herzog Johann Friedrich II. zum Hofarzt (Leibmedicus) bestellt worden. Im Landesarchiv Thüringen, Staatsarchiv Weimar, ist Paul Luthers Bestellungsurkunde zum Leibarzt vom Freitag nach Margarethen 1559 erhalten geblieben. In Gotha soll 1562 sein viertes Kind Johann Friedrich Luther (1562 - 1599), der Enkel Martin Luthers, geboren worden sein. Nach den Grumbachschen Händeln 1567 gingen Paul Luther und Familie mit dem neuen Regenten Kurfürst August von Sachsen (1526 - 1586) nach Dresden, wo er zum Oberleibmedicus ernannt worden ist.

Ein Gothaer Schulrat als Luther-Enkel

Neben der Familie Hofmann-Kraushaar-Pihaule gibt es einen weiteren Aufenthalt eines Luther-Enkels in Gotha. Von 1866 bis 1889 war der Pädagoge Paul Heinrich August Möbius (31.05.1825 Leipzig - 8.06.1889 Friedrichroda) Schulrat, Seminardirektor und Generalschulinspektor in Gotha. Er kam aus Leipzig nach Gotha als Nachfolger von Friedrich Dittes. In Leipzig war sein Vater, August Ferdinand Möbius (1790-1868), als Prof. der Astronomie an der Sternwarte Leipzig tätig. Möbius wurde laut Standesamtseintrag tot aufgefunden, ein Selbstmord scheint nicht ausgeschlossen, weil er aus dem Schuldienst gedrängt worden ist und diesen Umstand nicht verwinden konnte.

Nun stellt sich auch bei ihm die Frage, wie lang ist der Weg von Paul Möbius bis Martin und Katharina Luther?

Die Mutter des Sternwarten-Professors von Leipzig und Großmutter des Gothaer Seminardirektors Möbius, ist Johanne Katharine Möbius geb. Keil (1756-1820). Ihr Vater war Friedrich Simon Keil (1717-1765), dessen Mutter ist Katharina Sabine Keil geb. Luther (1693-1758). Deren Vater war Johann Martin Luther jun. (1663-1756), der den Namen seines Vaters Johann Martin Luther (1616-1669) trägt. Dessen Vater wiederum, Johann Ernst Luther (1560-1637), wohnte als kleines Kind in Gotha mit seinem Vater Prof. Dr. Paul Luther (1553-1593), dem berühmten Sohn des Reformators.

Es muss schon eine tolle Stadt sein, die immer wieder so interessante Fakten der Geschichte und dazu hoch so spannende Persönlichkeiten hervorbringt.

Was erwartet die Lutherenkelin am Reformationstag 2017

in Gotha?

Oberbürgermeister Knut Kreuch wird Christina Pihaule und ihren Mann Manfred am 31. Oktober 2017, um 10 Uhr im Rathaus begrüßen. Anschließend gehen die Gäste zur Ausstellungseröffnung ins Herzogliche Museum und werden 14 Uhr an der Glocken-Vorstellung in der Margarethenkirche sowie 17 Uhr am Konzert in der Kirche teilnehmen.

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