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Adua / Äthiopien

Das äthiopische Adua wird sechste Gothaer Partnerstadt

Das äthiopische Adua wird sechste Gothaer Partnerstadt, Foto: Lutz Ebhardt
Das äthiopische Adua wird sechste Gothaer Partnerstadt, Foto: Lutz Ebhardt

Schon lange hatte sich die Stadt Gotha mit dem Gedanken getragen, eine Stadt in Äthiopien als sechste Partnerstadt zu gewinnen. Mit dem Hintergrund bedeutender historischer Verbindungen Gothas zu Äthiopien wurde nach einem ersten offiziellen Besuch einer Gothaer Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Knut Kreuch in der Stadt Adua im März 2015 eine Vereinbarung über eine gemeinsame Zusammenarbeit unterzeichnet. Nach der Beschlussfassung durch den Gothaer Stadtrat wird die Unterzeichnung des offiziellen Städtepartnerschaftsvertrages mit Adua während des Myconiusempfangs am heutigen Abend in der Stadthalle erfolgen.

Adua ist eine Stadt im Norden Äthiopiens und zählt ca. 44.000 Einwohner. Bekannt wurde sie durch die legendäre "Schlacht von Adua", die am 1. März des Jahres 1896 stattfand. In dieser Auseinandersetzung schlugen die äthiopischen Truppen des Kaisers Menelik II. die italienische Armee unter Oreste Baratieri in die Flucht. Durch diesen militärischen Erfolg wurde eine Kolonialisierung Äthiopiens durch Italien verhindert und dessen Souveränität bewahrt. Der 1. März ist daher ein äthiopischer Feiertag. Die Gothaer Delegation des vergangenen Jahres hat die Stadt bereits gut kennengelernt und zahlreiche Unternehmen sowie Bildungseinrichtungen, wie das Textilunternehmen "Alltex", ein für 5.000 Schüler eingerichtetes Lehrerausbildungsinstitut, eine Berufsschule der metall- und holzverarbeitenden Industrie, eine orthodoxe Schule, ein Waisenhaus, die evangelische Jesus-Church und die "Don Bosco – Bildungsstätte" der Kirche, besucht. Die Stadt Gotha findet sich in Adua inzwischen zweimal verewigt. Es wurde ein mit Akazien, Eukalyptus und Kakteen bepflanzter Hang "Gotha-Park" getauft. Schließlich erhielt die Verbindungsstraße zwischen dem alten und neuen Ortsteil der Stadt Adua die Bezeichnung "Gotha Street". Diese Straße überquert mit einer Brücke den Assem-Fluß. Straße und Brücke sollen die Partnerschaft von Deutschland und Äthiopien symbolisieren.

In der Vereinbarung über die Städtepartnerschaft und die gegenseitige Zusammenarbeit zwischen der Stadt Adua und der Stadt Gotha heißt es:

"Getragen von historischen Beziehungen, die bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen und im Bewusstsein der gegenseitigen Pflichten zur Erhaltung des Weltfriedens, zur Angleichung der Lebensverhältnisse und zur Förderung der Verständigung unter den Völkern, schließen die Städte am heutigen Tage feierlich ein Abkommen zur partnerschaftlichen und gegenseitigen Zusammenarbeit. Die Partner bekunden damit ihren Willen zur Festigung und Förderung freundschaftlicher Beziehungen und zur fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen ihren Bürgern, ihren gewählten Organen, ihren Verwaltungen, den Schulen und weiteren Institutionen."

Für die Städtepartnerschaft zwischen Gotha und Adua wurden fünf Ziele definiert. Hauptanliegen der Partner sind die Förderung demokratischer Mitbestimmungsprozesse, nachhaltiger Infrastrukturkonzepte und die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Darüber hinaus bilden Kinder- und Jugendprojekte sowie Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Bedingungen der Bürger in Äthiopien einen Schwerpunkt der Partnerschaftsarbeit. Die beiden Städte wollen Begegnungen von Bürgern durch Bürgerreisen, durch Jugend- und Schüleraustausch, durch sportliche Wettstreite und Vereinsbegegnungen fördern. Zur Intensivierung des gegenseitigen Kennenlernens werden Kulturprogramme, touristische Begegnungen, wissenschaftliche Tagungen sowie ein Austausch von Künstlern initiiert. In beiden Städten sollen Fördervereine gegründet werden, die die Partnerschaftsarbeit der Verwaltung begleiten, die Zusammenarbeit unterstützen und Projekte fördern.

In Gotha wurde im vergangenen Jahr mit dem Verein GothAdua bereits der Förderverein für diese Städtepartnerschaft ins Leben gerufen und ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu dieser Städtepartnerschaft gemacht.

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