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Annette Weber: Alle Kolumnen 2017

25.02.2017, Eingelebt hat man sich, wenn...

Nun geht meine Stadtschreiberstelle in die 7. Woche, und ich kann mit Freude und Erleichterung sagen, dass ich mich sehr gut eingelebt habe. Ich stolpere nicht mehr über die kleine Stufe in der Wohnung, die zum Wohnzimmer führt, und ich renne auch nicht mehr zu meinem Handy, wenn das Glockenspiel auf dem Markplatz ertönt. Ich genieße es, mitten auf dem Marktplatz zu wohnen, ich liebe diese leckere Thüringer Küche und kann hier mit Blick auf die Altstadt richtig gut schreiben.
Dass ich mich hier so wohl fühle, habe ich auch einer Reihe an lieben Menschen zu verdanken, die mich zu dem einen oder anderen Workshop mitnahmen oder mich zu Stadt- und Schlossführungen begleiteten. So habe ich schon viele schöne, spannende und vor allem kreative Momente erleben dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ein wunder Punkt allerdings war immer noch mein Fitness-Programm. Ich muss ja mal zugeben, dass ich ein totaler Muckibuden-Junkie bin. Ich liebe Spinning und Body Pump und Pilates und all diesen Stress, bei dem einem der Schweiß in den Nacken läuft. Unbedingt wollte ich dieses Programm auch in Gotha fortsetzen. Allerdings holte mich mein erster Anruf in einem Fitnesscenter auf den bitteren Boden des Alltags zurück. Der Preis war so unschlagbar hoch, dass es mir die Sprache verschlug. Vielleicht habe ich ein ganz exklusives Fitnessstudio erwischt, mit vergoldeten Wasserhähnen und mineralhaltigem Wasser, aber es hat mich ziemlich geschockt. Dann aber kriegte ich den Tipp, dass man als Mitglied eines Vereins das Fitnessprogramm in den städtischen Turnhallen nutzen darf, und nun bin ich auch hier Mitglied geworden. Unglaublich, nach sieben Wochen schon Mitglied in einem Verein zu sein. Das gibt es nur in Deutschland!
Und noch was habe ich in mein Fitnessprogramm integriert: Das Schwimmen. Ehrlich, für dieses wundervolle Stadtbad habt ihr echt einen Fensterplatz im Himmel verdient. Ich finde es absolut entspannend, eine Stunde lang gemütlich meine Bahnen zu ziehen und nachher noch im Warmwasserbecken abzuchillen.

Und auch sonst finde ich, dass Gotha eine sehr lebenswerte Stadt ist. Es gibt schöne Möglichkeiten, einzukaufen, es gibt ein tolles Kulturangebot von Ausstellungen über klassische und moderne Konzerte, Lesungen in verschiedensten Ausführungen, ein schönes Kinoprogramm und auch sonst ganz viele ungewöhnliche Aktionen, die man in einer doch eher kleineren Stadt wie Gotha überhaupt nicht erwartet.

Auch finde ich es beruhigend, zu sehen, wie viele Arbeitsstandorte am Stadtrand entstanden sind, sodass es auch für die Jugendlichen eine Möglichkeit gibt, in Gotha zu bleiben und dort zu arbeiten.
Überraschend finde ich auch die vielen kleineren und größeren Begegnungszentren, die oft ein erstaunliches Weiterbildungsangebot bieten und auch dazu einladen, sich auf einen Kaffee oder ein Mittagessen zu treffen. Wenn mich nächste Woche die Familie meines jüngsten Sohnes besucht, werde ich meinem Enkelkind das Kinderspielzimmer des Mehrgenerationenhauses zeigen. Er wird begeistert sein!

Verraten müsst ihr mir allerdings noch, wann ihr es geschafft haben, durch das Einkaufszentrum des Kauflandes durchzusteigen. Als ich die ersten Male dort war, war ich absolut verloren. Bestimmt zwanzig Mal irrte ich an der Abteilung mit den Kosmetikartikeln vorbei, verlief mich zwischen den Gemüseständen und landete zuletzt ratlos und müde zwischen dem Käse und Joghurt, nur den Ausgang zur Rolltreppe fand ich einfach nicht wieder. Ich hatte schon das Gefühl, dass gleich Kurt Felix um die Ecke kommt, um mir zu sagen, dass ich die Hauptperson bei "Bitte lächeln" spiele. Auch heute resigniere ich noch schnell, wenn ich so schwierige Produkte wie Kaffeefilter oder Müllbeutel kaufen will, weil ich einfach nicht weiß, ob ich sie oben oder unten suchen soll. Solltet ihr mich also irgendwann mal planlos zwischen den Produkten stehen sehen, nehmt mich einfach unter den Arm und begleitet mich zum Ausgang.

Aber sonst: Alles schick hier in Gotha!

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